Arbeit

Hinweise auf Mutterschutzgesetze, Arbeitsbedingungen, notwendige Ausstattung des Arbeitsplatzes, Arbeitszeiten - wir halten die entsprechenden Regelungen für Sie bereit.

Ernährung

Gesunde Frauen sollten eine ausgewogene vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung haben. Darunter fällt der regelmäßige Verzehr  von Fisch/Fleisch, Gemüse, Obst, und  Milch. Wegen Gefahr von Listeriose und Toxoplasmose sollten rohes Fleisch, roher Fisch und rohe Eier vermieden werden. Milch muss pasteurisiert (= abgepackte Milch) und Käse sollte ohne Rohmilch hergestellt worden sein (fragen Sie ggfs. an der Käsetheke nach). Vermeiden Sie ungewaschenes Obst oder Gemüse. Vegetarier haben ein höheres Risiko Ernährungsdefizite zu haben, Sie sollten daher zusätzlich Ihre Ernährungsberaterin aufsuchen. Süßgetränke sind absolut zu vermeiden. Besser nur Wasser.

Folsäure und Jod

Folsäure und Jod gehören mittlerweile zur normalen Nahrungsmittelergänzung in der Schwangerschaft hinzu. Sie sollten bei Kinderwunsch begonnen werden und bis Ende der Stillzeit eingenommen werden. Dadurch können u.a. Neuralrohrdefekte bei Ungeborenen reduziert werden. Dafür sind besonders die ersten Tage! der Schwangerschaft wichtig. Daher sollte Folsäure schon bei Kinderwunsch eingenommen werden! Die normale Ernährung ist dazu nicht ausreichend. Ab der 12. SSW wird zusätzlich DHA gegeben. Fertigpräparate werden in der Apotheke aber mittlerweile auch in Drogeriemärkten ohne Rezept angeboten z.B.  FOLIO    FEMIBION   CENTRUM MATERNA und andere. Achten Sie auf die Zusammensetzung! Schilddrüsenhormone sollten weiter sorgfältig eingenommen werden, eine regelmäßige Überprüfung der Laborwerte ist anzuraten. Informieren Sie die betreffenden Ärzte umgehend über Ihre Schwangerschaft.

Arzneimittel

Sie sollten möglichst keine Arzneimittel in der Schwangerschaft einnehmen. Nehmen Sie jedoch regelmäßig Medikamente ( z.B. Blutdrucktabletten, Schilddrüsentabletten, Tabletten gegen Epilepsie ) müssen Sie dies angeben und mit dem Arzt absprechen. Evt. müssen einige Medikamente umgestellt werden. Setzen Sie nicht eigenmächtig verschriebene Medikamente ab- halten Sie umgehend Rücksprache mit dem verschreibenden Arzt!  Die meisten Medikamente sind nicht für Schwangere zugelassen, die Anwendung erfolgt dann nach sorgfältiger Nutzen- Risiko Analyse. Gleiches gilt auch für besondere Teemischungen, insbes. Johanniskraut.

Lebensstil Ernährung

Übelkeit und Erbrechen treten sehr häufig in den ersten Wochen der Schwangerschaft auf und bessern sich spürbar ab der 12. SSW. Vermeiden Sie intensive Gerüche, teilen Sie Ihre Mahlzeiten auf kleinere Portionen auf. Wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Trinken Sie abgekochtes Wasser.   

Sport: Normalen Sport können Sie weiter machen. Sie sollten jedoch auf Leistungssport und Sportarten mit direktem Körperkontakt verzichten. Saunaanwendungen sollten in der Dauer reduziert werden, so dass keine Überhitzung auftritt. Tiefseetauchen und Extremsportarten sollten vermieden werden. 

Geschlechtsverkehr: Es gibt keine Gegenanzeigen. Vorsicht sollte jedoch bei Risikofaktoren wie vorzeitige Wehentätigkeit, Verdacht auf Fruchtblasensprung, häufige unklare Entzündungen im Genitalbereich gelten.

Alkohol: Sollte generell vermieden werden, wobei natürlich die aufgenommene Alkoholmenge besondere Bedeutung hat. 

Rauchen: Rauchen in der Schwangerschaft führt zu zahlreichen unerwünschten Nebeneffekten wie Mangelentwicklung, Fehlgeburten, vorzeitige Entbindung, Mutterkuchenverkalkung und Unterversorgung des Ungeborenen.

Zahngesundheit: Sollte durch einen Zahnarztbesuch vor aber ggfs. auch während einer Schwangerschaft kontrolliert werden!

Flugreisen: Falls erforderlich eher nach der 12. SSW und vor der 32. SSW. Bei Langstreckenflügen sollte an eine geeignete Thromboseprophylaxe gedacht werden. Der Sicherheitsgurt sollte für Schwangere ausgelegt sein. Nicht medizinische Bestimmungen/ Einschränkungen erfahren Sie von Ihrer Fluggesellschaft. Einige Fluggesellschaften verlangen ein ärztliches Attest.

Schwangerschaftsfeststellung

Nach Feststellung der Schwangerschaft werden Ausgangsgewicht, Blutdruck und Laboruntersuchungen erhoben. Diese werden dann in den Mutterpass eingetragen, der Ihnen bei der nächsten Kontrolle ausgehändigt werden kann.  Wir führen auch eine Frühultraschallkontrolle durch, um die Einnistung der Schwangerschaft in der Gebärmutter ( ab 5. Woche sichtbar ) zu kontrollieren und um den genauen Geburtstermin festzulegen. Dies ist nur in der Frühschwangerschaft bis maximal 10. SSW möglich. Große Bedeutung kommt einem genauen Geburtstermin zu, wenn die Schwangerschaft über die regulären 40 Wochen hinausgeht.

 

Kontrolltermine

Werden individuell vergeben. In der Anfangsphase meist alle 5 Wochen- mit zunehmender Schwangerschaftsdauer bzw. bei Auffälligkeiten oder Risikofaktoren sind / werden kürzere Abstände erforderlich.

Routine Untersuchungen

Dazu gehören u.a. Gewicht der Schwangeren, Blutdruck, Laborkontrollen, Urinkontrollen,  Wachstumskontrolle der Gebärmutter durch Abtasten den Bauches. Ultraschallkontrollen finden in der 10. SSW (Sitz der Schwangerschaft, Festlegen des Geburtstermins) sowie 20. (Wachstumskontrolle und  ± Organscreening) sowie 30. SSW (Wachstumskontrolle) statt.

Was sind Screening Tests?

Screening Tests werden eingesetzt, um krankhafte oder möglicherweise gefährlich werdende Veränderungen festzustellen bzw. weitmöglichst auszuschließen.

Untersuchungen auf Erbgutveränderungen

Störungen der Erbgutanlage können unterschiedlich stark ausgeprägte Krankheitszustände bedingen oder sogar mit einem Leben unvereinbar sein. Eine der bekanntesten Störungen ist zum Beispiel das Down Syndrom. Es gibt Tests, die bereits in der 11. SSW auf Chromosomenstörungen schließen lassen (NIPT),   Nackentransparenzmessung mit dem Ultraschall zwischen der 12.-14. SSW und die Fruchtwasseruntersuchung  um die 16. SSW.  Relativ neu und stark im Preis gefallen sind die NIPT, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die drei häufigsten Chromosomenstörungen u.a. das Down Syndrom detektieren können. Die Nackentransparenzmessung mit dem Ersttrimesterscreening können nur eine Risikoabschätzung geben,  durch die Fruchtwasseruntersuchung kann ein genaues verlässliches Ergebnis erstellt werden. Allerdings handelt es sich auch dabei um einen invasiven Eingriff mit einem Restrisiko ( circa 1:250 für Infektionen/ Blasensprung/ ggfs. Abgang ). Ob und was für Sie im Einzelfall in Frage kommt, sollte individuell mit Ihnen ( und Ihrem Partner ) besprochen werden.

Mögliche Gründe für eine Fruchtwasseruntersuchung

 Können zum Beispiel mütterliches Alter über 35 Jahre) oder Risikofaktoren in der Familie bzw. individuelle Faktoren oder Wünsche sein. Das Risiko eines Down Syndroms hängt stark auch vom mütterlichen Alter ab. Mit 20 Jahren liegt dies grob bei 1:1500, mit 30 Jahren bei 1:800, mit 35 Jahren schon bei  1:270 und 1:100 mit 40 Jahren. 

Zusätzliche Untersuchungen

Infektionsbereich: Immunstatusbestimmung für Toxoplasmose, Varizellen, CMV, Ringelröteln etc.  Scheidenabstrich auf ß-hämolysierende Streptokokken.

 

Schwangerschaftsdiabetes: Bezeichnet jegliche Zuckerintoleranz, die erstmals in der Schwangerschaft auftritt und meist nach der Entbindung wieder vergeht. Die Erkennung erfolgt meist nur durch einen speziellen Zuckerbelastungstest- die üblichen Urinstreifentests sind dazu nicht geeignet. Eine Veränderung des Zuckerhaushalts in der Schwangerschaft hat extrem große Bedeutung für das Ungeborene aber auch für die Schwangere selbst. Ein Vorab Test mit 50 g Glukose wird nun um die 25. Schwangerschaftswoche angeboten. Bei auffälligen Werten wird dann auch ein 75 g Glukose Belastungstest durchgeführt.

Wir bieten Ihnen außerdem neben den bereits oben aufgeführten Untersuchungen u.a. folgende Leistungen an:

 

  • Zusätzliche Ultraschalluntersuchungen:  Wachstumskontrolle besonders in den letzten Wochen der Schwangerschaft- in der 30. SSW beim letzten Kassenultraschall wiegt ihr Kind circa 1200 g, in den letzten 10 Wochen legt es dann deutlich zu bis zum Geburtsgewicht von statistisch 3450 g. Diese wichtige Wachstumsphase sollte überwacht werden, um eine Mangel- aber auch Fehlversorgung auszuschließen.
  • 3D Ultraschall und Babywatching zwischen der 24. und 32. SSW, um Ihr Kind schon einmal live zu „sehen“.  
  • Screening auf Präeklampsie (u.a. Bluthochdruck in der Schwangerschaft)
  • Farbdoppler bei Risikokonstellationen  zu Beurteilung der Versorgung des Ungeborenen
  • pH Messung in der Scheide zur Vermeidung von Frühgeburten durch Scheideninfektionen
  • Akupunktur  zur Linderung von Schwangerschaftsbeschwerden und zur Geburtsvorbereitung  
  • Hebammenbetreuung in der Praxis sowie zu Hause / Wochenbett:  Die Hebamme Frau Panse-Görg steht Ihnen bei Fragen vor und nach der Geburt für Fragen zur Verfügung. Sie können dies bereits bei der Terminanmeldung berücksichtigen lassen.

Typische Veränderungen in der Schwangerschaft

Zahlreiche Veränderungen treten während der Schwangerschaft sowie zur Geburtsvorbereitung im Körper auf, ohne dass Sie beunruhigt sein müssen:

Herz Kreislaufsystem

Gefäßerweiterungen in der Schwangerschaft können zu Beginn der Schwangerschaft  häufig zu niedrigem Blutdruck und Schwindel führen. Die Blutdruckwerte fallen in der Schwangerschaft meist leicht ab. Bei fortgeschrittener Schwangerschaft kann die Rückenlage den Rückfluss des Blutes zum Herzen mindern und zu Unwohlsein und Schwindel führen. Das kann durch die linksseitige (Halb-)Seitenlage vermieden werden.  Die Blutmenge/ Flüssigkeitsanteil des Blutes steigt während der Schwangerschaft deutlich an. Dies begünstigt die Versorgung des Ungeborenen, aber auch eine Wassereinlagerung z.B. in den Händen und Füßen. Bei Laboruntersuchungen ist das Blut deutlich verdünnt. Dies ist bei der Bewertung der Laborwerte entsprechend zu berücksichtigen. 

Magen Darm Trakt / Ernährung

Der Appetit ist normalerweise gesteigert. Ein leichter Rückfluss vom Magen in die Speiseröhre kann zu vermehrtem Magendruck/brennen führen. Die Beweglichkeit des Darms ist herabgesetzt, was zu längeren Verdauungszeiten führt. Verstopfung ist häufig. Gallenblasenprobleme treten häufiger auf. Zahnfleischentzündungen und -blutungen sind häufiger. Verstärkte Mund/Zahnhygiene ist erforderlich. Das Ausgangsgewicht steigt um 12,5 kg (normalerweise 500 g in den letzten 20 Wochen). 5 kg kommen durch Kind, Mutterkuchen, Fruchtwasser zusammen, der Rest sind Flüssigkeitsansammlungen bei der Schwangeren sowie natürlich auch Eiweißansammlungen und Fettpolster. Häufig sind jedoch höhere Gewichtszunahmen während der Schwangerschaft zu sehen ohne dass dies gleich zu schwerwiegenden Problemen führen muss.

 

Weitere Informationen haben wir in Form von Flyern in unserer Praxis. Natürlich beraten wir Sie auch direkt in einem persönlichen Gespräch.